Nachhaltiger Einsatz von Pestiziden!

Die Jungen Liberalen Nordberlin unterstützen die Minderungsstrategie des Einsatzes von dem Herbizid Glyphosat der Bundesregierung. Wir fordern hierbei ein Totalverbot für den Privatgebrauch, den öffentlichen Raum und in Trinkwasser- und Natur-Schutz-Gebieten. Wir richten uns hierbei strikt gegen ideologiebasierte Verbote von Glyphosat.

Die Forschung nach Alternativen zu einer umwelt- und naturverträglicheren Anwendung von Herbiziden ist im Hinblick des Einflusses von Glyphosat sinnvoll und sollte von der Bundesregierung finanziell gefördert werden. Neuentwicklungen, wie bspw. das Glufosinat-Ammonium-Pflanzenschutzmittel stellen hierbei eine Möglichkeit der Ablösung von Glyphosat dar. Gerade der Einsatz von biologisch-chemischen Alternativen, wie bspw. Pelargonsäure und Essigsäure, soll trotz ihrer wesentlich höheren Kosten von der Bundesregierung gefördert werden. Freiwillige Selbsterklärungen der Bauern sowie eine weitergehende Restriktierung in der erlaubten Menge an Glyphosat stellen für die Jungen Liberalen Nordberlin hier gute Möglichkeiten dar.

Die Rückkehr zum traditionellen Ackerbau mit einem häufigeren Pflügen bzw. Hacken und der nachträglichen Trennung von Ernte und Unkraut ist in aller Regel weder kostendeckend noch kann diese den weltweiten Bedarf an Lebensmitteln decken. Insofern fordern die Jungen Liberalen Nordberlin die Automatisierung der Ausbringung von Herbiziden wie Glyphosat zu einer schonenderen und effizienteren Verwendung sowie die Förderung des Einsatzes von manuellen, technischen und thermischen Alternativen, wie bspw. einer Scheibenegge oder einer Flachschaar zur Beseitigung des Unkrauts im Wein- und Obstbau, der Unkrautbekämpfung mit Wasserdampf und das vermehrte Ansetzen von Mischkulturen zur Unterdrückung von Unkraut und der Massenausbreitung von Schädlingen und Krankheiten. Hier muss die Bundesregierung ebenfalls Anreize schaffen.
Eine direkte Gefahr für den Menschen lässt sich unserer Ansicht nach aus den zahlreichen Studien des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) nicht ableiten. Die Studie der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) berücksichtigt in ihrer Untersuchung lediglich, inwiefern Substanzen grundsätzlich in der Lage sind, Krebs zu erzeugen, nicht aber wie hoch das Erkrankungsrisiko tatsächlich ist. Darüber hinaus kam ein gemeinsames Fachgremium, an welchem ebenfalls die WHO beteiligt war, zu dem Schluss, dass Glyphosat nicht krebserregend sei.

Nichtsdestotrotz erkennen wir die Gefahr der Dezimierung der Artenvielfalt durch den Einsatz von Herbiziden wie Glyphosat neben dem Einfluss von Insektiziden an. Durch den Einfluss von Glyphosat verkleinert sich bei Absterben der Unkräuter und weiteren Pflanzen auf einem Feld der Lebensraum von vielen Insekten. Diesen Effekt sehen wir im Gegensatz zu dem großflächigen Einsatz von Insektiziden allerdings als eher gering an. Als Lösungsmaßnahmen sollte sich die Bundesregierung für den Erhalt der Reste der extensiven alten Kulturlandschaft einsetzen sowie im Sinne von § 30 Bundesnaturschutzgesetz Lebensräume von Bienen und anderen Insekten durch kleinräumige Biotope sichern. Wir begrüßen außerdem freiwillige Selbstverpflichtungen von Bauern zu dem Gebrauch von Glyphosat und anderen Herbiziden, wenn diese unbedingt benötigt werden, und der Vergrößerung von Blühstreifen, um den Lebensraum für Bienen und andere Insekten zu sichern. Auch die Ausweitung von Ökologischen Vorrangflächen sehen wir hier als geeignetes Mittel zum Schutz der Artenvielfalt.