Kreuzchen setzen: Organspender sein!

Laut der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) befinden sich derzeit 10.000 schwerkranke Patienten auf der Warteliste für ein Spenderorgan. Durchschnittlich sollen 3 Menschen pro Tag auf einem Platz auf der Warteliste aufgrund eines Mangels an Spenderorganen, im Besonderen von Nie-ren, sterben. Zwar besitzen bereits 32 Prozent der Deutschen laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) einen Spenderausweis, aber die Organspendezahlen in Deutschland sind so niedrig wie noch nie zuvor.

Die Jungen Liberalen Nordberlin fordern daher die Ersetzung der klassischen „Entscheidungslösung“ in dem Transplantationsgesetz (TxRegG) im Sinne einer erweiterten Entscheidungslösung, welche die bisherigen Entscheidungslösungen eines Organspendeausweises beinhaltet. Diese beinhaltet, dass je-de deutsche Staatsbürgerin oder jeder deutscher Staatsbürger mit dem 18. Geburtstag dazu aufgefor-dert wird dem Transplantationsregister mitzuteilen, ob diese oder dieser Organspender/-in bzw. Ge-webespender/-in sein möchte. Hat eine Person keine Entscheidung getroffen, so greift die Wider-spruchslösung.
Eine Widerspruchslösung lehnen wir ab, da in diesem Falle der Staat maßregelt welche beider Optio-nen die ethisch zu vertretene Position ist. Außerdem sorgt auch diese nicht dafür, dass sich die Kran-kenkassenkundinnen und –kunden sich aktiv mit dem Thema der Organspende auseinander setzen.
Dafür sollen die gesetzlichen Krankenkassen, wie auch die privaten Krankenkassenunternehmen, wie bisher seit 2012 auch, neutrale Informationen zu der Organspende auf Nachfrage bereitstellen. Zusätz-lich sollen alle Krankenkassenmitglieder zu ihrem 18. und 50. Geburtstag umfassend informiert wer-den.
Die Entscheidung wird dabei in einem zu schaffenden Transplantationsregister anonymisiert gespei-chert. Bei Krankenkassenpatienten wird die Entscheidung ebenfalls auf der Krankenkassenkarte ge-speichert.

Eine weitergehende Änderung für Lebendorganspenden sehen die Jungen Liberalen Nordberlin nicht vor. Zur weiteren Verbesserung des Transplantationssystems in Deutschland ist außerdem die Ver-gütung einer Transplantation anzuheben, sowie mehr Stellen für die Verwaltung und Vergabe zu schaffen. Die bisherige Finanzierung und personelle Ausstattung verhindert die effiziente und schnelle Transplantation. Auch die Finanzierung des Betreuungszeitraums der potenziellen Organspender bis zur Feststellung des Hirntods der Spender ist sicherzustellen, da das Angebot von Transplantationen andernfalls ein finanzieller Verlust für eine Klink bedeuten kann.